Variete im Hansa Theater

Der Heider Bürgerverein unternahm eine Fahrt nach Hamburg ins Hansa Theater. Dieses klassische Variete-Theater wurde bereits 1894 gegründet. 1943 wurde es bei der „Operation Gomorrha“ weitestgehend zerstört, bereits 1945 konnten die ersten Vorstellungen mit namhaften Künstlern wieder stattfinden. 1953 baute Kurt Grell es um zu einem Showtheater mit integriertem Restaurant und 491 Sitzplätzen. Die Räume sind bis heute nahezu unverändert geblieben. Bemerkenswert sind die Tische mit dem Rufschalter für den Kellner vor den einzelnen Sitzreihen. Hier wurde die Möglichkeit genutzt, leckeren Kuchen und Kaffee zu verzehren.

 

Nach dem Tod von Kurt Grell führte seine Frau das Theater bis zur Schließung 2001. Rückläufige Besucherzahlen auch bedingt durch das immer populärer werdende Fernsehen und damit große Verluste zwangen zur Schließung.

 

2009 wagten Thomas Collien und Ulrich Waller, Leiter des St. Pauli-Theaters, probeweise einen Neuanfang. Die Besucherzahlen entwickelten sich sehr positiv, sodass die Spielzeiten im Winterhalbjahr sogar verlängert werden konnten.

 

Die Mitglieder und Gäste des Bürgervereins wurden mit einem atemberaubenden Programm verwöhnt, präsentiert von insgesamt 17 Künstlern, darunter drei Kindern.

Zu Beginn zeigte die Französin Aurelie Brua ihr Können zwischen zwei Turnstangen.

Ihre Muskelkraft und Körperbeherrschung lud zu reichlich Zwischenapplaus ein.

 

Die Gruppe Halves Project faszinierte als Schwarz-Weiß-Gruppe, man sah immer nur

den weißen Teil der Personen und konnte sich an den mystischen Bewegungen erfreuen. Das Duo Tribertis erfreute als  Rollschuhkünstler auf einem runden Brett und man konnte über diese schnellen Drehungen nur staunen, eine artistische Höchstleistung.

Der italienische Bauchredner Willer Nicolodi mit seiner sprechenden Maus belustigte die Zuschauer, zumal er Gäste auf die Bühne holte, um mit ihnen das Bauchreden zu praktizieren.

 

Nach der Pause sorgte der Russe Oleg Izossimov mit seiner legendären Leichtigkeit und Präzision auf zwei Metallstangen  und seiner Handstandakrobatik für rauschenden Beifall.  Bei diesem Ästhet mit seiner akzentuierten Körperbeherrschung kann man nur ins Staunen kommen. Die drei Mädels der Gruppe The Magic Pearls sind hinreißende Illusionistinnen, die eine spektakuläre Großillusions-Show präsentierten. Ihre magische Kraft, Eleganz und Sinnlichkeit begeisterte das Publikum. Selbst das Abtrennen des Kopfes eines der Schönheiten konnte keiner direkt nachvollziehen. Das DUO Rodriguez begeisterte mit seiner Turnkunst und den schnellen Flugrollen des einen auf den hochgestreckten Füßen des anderen. Den Abschluss der künstlerischen Vorstellung übernahm der argentinische Jongleur  Paul Ponce. Er jonglierte  mit Bällen, Keulen und leichten Strohhüten, wobei er teilweise das Publikum der ersten Reihen mit einbezog. Sein Aufritt wurde vervollständig durch drei seiner Kinder, die bereits ebenfalls die Kunst des Jonglieren erlernt haben.

 

Zwischen den einzelnen künstlerischen Auftritten unterhielt der holländische Conferencier Robert Kreis das Publikum mit Schlagern, Anekdoten und Geschichten aus den 1920er Jahren geistreich und humorvoll. Die Hansa Boys sorgten für die musikalische Untermalung.

 

Die Mitglieder und Gäste des Heider Bürgerverein traten mit vielen neuen Eindrücken und dankbar für diesen abwechslungsreichen Nachmittag die Heimreise  an.

 

Anita Lorenz