Die Schönen und Reichen von Hamburg

Die Tagestour im Mai führte den Bürgerverein für Heide und Umgebung mit 46 Personen nach Hamburg, um die Wohngegenden der Prominenz in Hamburg kennenzulernen.

 

Nachdem ein Stadtführer in Altona zugestiegen war, fuhr die Reisegruppe über die Elbchaussee zu dem am Geesthang der Elbe gelegenen Stadtteil Blankenese. Auf einer unterhaltsamen Entdeckertour erfuhren die Gäste, woher der Name Blankenese vermutlich stamme. Eine der damals zahlreichen Sandbänke in Form einer Landzunge in der Elbe wurde von den Gezeiten regelmäßig überspült, so dass deren Sand in der Sonne glänzte und das niederdeutsche Wort „blank“ für „unbedeckt, glatt, glänzend“ steht sowie „Nees“ wiederum für „Nase“, also „glänzende Nase“ =  Blankenese. Diese Landzunge wurde jedoch im 17. Jahrhundert weggespült.

 

Blankenese war ein erstmals 1301 erwähntes Fischerdorf und wurde im 17. Jahrhundert von der dänischen Königin in Personalunion regiert. Später schloss es sich mit dem aufstrebenden Bauerdorf Dockenhuden, wo sich auch heute noch ein Hirschpark befindet, zusammen. Gute Verkehrsanbindungen seit Ende des 19.Jahrhundert wurden von den Hamburgern  genutzt, um hier die Freizeit zu verbringen. Seit 1938 gehören die Orte zur Stadt  Hamburg und entwickelten sich zu einem großbürgerlichen Villenviertel am Hang mit vielen engen Gassen und Treppen, die die Besucher enterten, wobei immer wieder schöne Ausblicke auf die Elbe erfreuten.

Der Stadtführer berichtete über die Traditionen des Stadtteiles, zu Ostern werden am Blankeneser Elbstrand Osterfeuer entzündet, am Silvesterabend findet das Rummelpottlaufen statt. Bei ausreichend Schnee im Winter üben die Bewohner das Kreekfahren mit breiten flachen Kastenschlitten, die mit einer langen Latte gesteuert werden, aus.

 

Nach dem Rundgang, vorbei am „Sagebiels Fährhaus“, seinerzeit Kulisse im Film „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers , dem legendären Kaffeegarten Schuldt und dem heute als Museum und Seniorentreff genutztem alten reetgedecktem Fischhaus, durch das zauberhafte Treppenviertel genossen die Gäste ein leckeres Mittagessen in einem Restaurant direkt am Elbstrand. Danach bestiegen Sie ein Elbausflugsschiff und ließen sich auf der Elbe bis zu den St. Pauli Landungsbrücken schippern. Unterwegs betrachteten Sie das gewaltige Airbus-Gelände auf der rechten Seite und links die Stadtteile Teufelsbrück, Neuengamme/Ovelgönne und den Granitbrocken „Alter Schwede“.  Die Containerschiffe am Burchardkai sowie die Cap San Diego und der Raddampfer „Louisiana Star“ zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einer Schleife vor der Elbphilharmonie legte das Schiff an und ein weiterer Stadtführer nahm die Reisenden in Empfang, um sie zum Bus zu führen und mit ihnen eine Busrundfahrt durch die Speicherstadt, St. Georg, Uhlenhorst, Rotherbaum  und Harvestehude zu unternehmen. Er berichtete von vielen Prominenten, die in Hamburg einen Wohnsitz haben und zeigte die schönen Jugendstilvillen, Gärten und Parkanlagen. Die Grundstückpreise und Mieten überfordern den „Normalbürger“ erheblich. Er berichtete von der Sierichsstraße, in der während des Tages die Fahrtrichtung als Einbahnstraße geändert wird. Vorbei an den Hamburger Nobelhotels endete die Fahrt am Jungfernstieg.

 

Hier wechselten die Besucher auf einen Alsterdampfer und konnten vom Wasser aus noch einmal die Grundstücke beschauen, die sie bereits vom Bus aus gesehen hatten. Die humorigen Ausführungen des Kapitäns ließ die Rundfahrt auf der Binnen- und Außenalster zu einem besonderen Erlebnis werden.

 

Bevor die Reisenden mit vielen Eindrücken und Informationen die Hansestadt Richtung Heimat verließen hatten Sie noch die Möglichkeit, sich bei Kaffee, Eis  und Kuchen zu stärken. 

 

Anita Lorenz, 2. Vorsitzende