Stadtentwicklung Heide

Der Bürgerverein für Heide und Umgebung hatte seine Mitglieder und Gäste ins Heider Tivoli eingeladen. Bürgermeister Herr Schmidt-Gutzat und die Stadtplanerin Frau Botters sollten über die Stadtentwicklung Heides berichten. Fast 100 Personen zeigten ein reges Interesse an dieser Veranstaltung. Anfangs  stärkten sich die Gäste bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen bevor die 1. Vorsitzende Frau Dörte Sund die Gäste begrüßte.

Frau Botters hatte leider gesundheitsbedingt absagen müssen, so begrüßte der Bürgermeister die Anwesenden zunächst auf Plattdeutsch, damit jedoch alle Gäste seinem Bericht folgen konnten, wechselte er für seine Informationen ins Hochdeutsche.

 

Der Heider Marktplatz gilt bereits seit dem späteren Mittelalter bis heute als Handelsplatz und wichtiges Zentrum an der Westküste. Er diente seinerzeit dem Parlament der Dithmarscher Bauernrepublik als Versammlungsort. Heute wird durch den  wiederkehrend gefeierten  Marktfrieden daran erinnert. Die Nordseite des Marktes erfuhr durch die Ausrichtung für den Autoverkehr eine Umgestaltung.  Etliche Häuser, unter anderen das alte Rathaus mussten der neuen Straße weichen. Auf dem Markt befand sich auch eine Tankstelle. Erst in den 1980er Jahren begann ein Umdenken und man begann Fußgängerzonen einzurichten. Durch den Bau der Stadtbrücke über die Bahnschienen wurden lange Staus an der geschlossenen Schranke vermieden.

Heute ist Heide die Kreisstadt Dithmarschens mit 22 500 Einwohnern. Durch die Anbindung an die Marschbahnstrecke Hamburg-Westland und die Autobahn A23 zentral gelegen auch zur Metropolregion Hamburg.  In diesem Jahr können 150 Jahre Stadtrecht gefeiert werden. Die Fachhochschule mit  zur Zeit ca. 2000 Studierenden und das Westküstenklinikum tragen zur Attraktivität der Stadt bei, ebenso wie die Marktwestpassage und die verschiedenen Großevents auf dem Marktplatz (Wochenmarkt, Jahrmarkt, Marktstrand, Winterwelt und weitere). Traditionell werden regelmäßig das Hohnbeerfest und das Kindervogelschießen gefeiert. Der Bürgermeister verwies auf drei berühmte Söhne der Stadt – Heimatdichter Klaus Groth, Komponist Johannes Brahms und Comicpionier Rudolph Dirks.

 

Die Stadt ist beliebt bei jungen Familien und Senioren. Sie ist bemüht die bis 2030  fehlenden  1600 Wohnungen zu errichten. Zunächst steht jedoch der Neubau der Sporthalle Heide-Ost auf dem Plan, falls keine weiteren Schwierigkeiten auftreten soll die Übergabe im April erfolgen. Danach wäre es nötig, das gesamte Schulzentrum zu erneuern, da die Elektrik nicht den heutigen Anforderungen gerecht wird. Die Pläne weisen eine Investition von 55 Mio. € aus, keine leichte Aufgabe für die Stadt.

In diesem Jahr soll jedoch mit der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes begonnen werden, wobei die Radfahrer künftig den Rüsdorfer Kreisel auf der Fahrbahn nutzen, die Johann-Hinrich-Fehrs Str.  und die Beseler Straße werden zur Fahrradstraße umfunktioniert. In der Husumer Straße nutzen die Radfahrer stadteinwärts einen zu markierenden Fahrradstreifen auf der Fahrbahn und stadtauswärts den vorhandenen Fahrradweg auf der rechten Seite.

 

Gemeinsam mit den elf Umlandgemeinden plant die Stadt das „Stadt-Umland-Konzept“, wobei ein interkommunaler Gewerbepark entstehen soll. Laut Baulandkataster ist auch die Möglichkeit für Wohnraum begrenzt und soll somit mit den Umlandgemeinden erarbeitet  werden. Geplant sind Wohneinheiten  in Heide Nord-West, die barrierefrei, generationsübergreifend und sozial verträglich errichtet werden sollen. In Heide Ost werden weitere Wohneinheiten für Studenten und Auszubildende errichtet.

Im Städtebauförderungsprogramm wird das Bahnhofumfeld mit einem neuen ZOB geplant. Am alten ZOB könnte ein für Heide notwendiges Hotel errichtet werden. Auf dem ehemaligen Gelände des Möbelhauses an der Stadtbrücke baut ein französischer Investor eine Seniorenresidenz Auf der Fläche „Im Grund“ könnten eventuell energieeffiziente Wohnungen entstehen.

 

Im Stadtteil Rüsdorf soll der sogenannte „Rüsdorfer Kamp“ entstehen, der durch erneuerbare Energien CO² neutral geplant ist. Vorhandene Gebäude müssen dabei saniert werden. Es besteht die Möglichkeit hierfür Fördermittel zu beantragen. Eine neue Energiezentrale mit einem durch Pellets betriebenes Blockkraftheizwerk, eventuell durch Fernwärme und Erdwärme sowie Wasserstoff, hergestellt aus Windenergie wären die Energieversorger. Gemeinsam mit 20 Projektpartnern aus ganz Deutschland arbeitet man im „Quarree 100 Projekt“ an der Speicherung der vor allen durch Wind erzeugten Energie.

 

Ein Problem stellt heute noch die Dithmarscher Wasserwelt dar, sie muss mit  bis zu 1,6 Mio subventioniert werden. Eine gemeinsame Kooperation  mit den   Umlandgemeinden könnte langfristig Abhilfe schaffen.

 

Nachdem Herr Schmidt-Gutzat  einige Fragen der Anwesenden beantwortet hatten, bedankte sich der Bürgerverein mit einem Präsent für seine Ausführungen. Mit vielen Informationen konnten die Besucher ihren Heimweg antreten.

 

Anita Lorenz

 

 

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